Training ab 40: Hormonbalance und Wechseljahre


Lesezeit: ca. 7 Minuten
Dieser Artikel wurde basierend auf unserer Erfahrung aus dem Training und Coaching von Frauen redaktionell aufbereitet und mit Unterstützung von KI finalisiert.

Training ab 40: Was dein Körper in den Wechseljahren braucht

Ab 40 kann sich vieles verändern – nicht bei jeder Frau zur gleichen Zeit und nicht immer schlagartig, aber häufig spürbar. Schlaf, Energie, Zyklus und Belastbarkeit können schwanken. Gleichzeitig verändern sich Muskelmasse, Knochengesundheit und Körperzusammensetzung mit zunehmendem Alter.

Das bedeutet nicht, dass dein Körper plötzlich weniger leisten kann. Im Gegenteil: Wer die Veränderungen versteht und das Training entsprechend ausrichtet, kann gezielter Kraft aufbauen, Beschwerden vorbeugen und sich langfristig belastbarer fühlen.

Warum Training ab 40 neue Schwerpunkte braucht

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Reaktion auf Trainingsreize. Muskelmasse lässt sich weiterhin aufbauen, benötigt dafür aber einen ausreichend starken Reiz, genügend Eiweiß, Energie und Erholung.

In der Perimenopause sinken Östrogen und Progesteron nicht einfach gleichmäßig. Progesteron kann früher abnehmen, während Östrogen teilweise stark schwankt. Erst im weiteren Verlauf liegen die Östrogenspiegel dauerhaft niedriger. Diese Veränderungen können unter anderem Schlaf, Temperaturregulation, Stimmung, Zyklus und Körperzusammensetzung beeinflussen.

Krafttraining gewinnt deshalb besonders an Bedeutung: Es setzt gezielte Reize für Muskeln und Knochen, unterstützt die körperliche Leistungsfähigkeit und kann die Insulinsensitivität verbessern. Ausdauertraining, Beweglichkeit und Alltagsbewegung bleiben dennoch wichtige Bestandteile eines ausgewogenen Trainingsplans.

Frau ab 40 beim gezielten Krafttraining

Wie oft solltest du trainieren?

Es gibt keinen Trainingsplan, der für jede Frau ab 40 gleichermaßen passt. Entscheidend sind dein Trainingsstand, deine Gesundheit, dein Schlaf, dein Alltag und dein persönliches Ziel.

Als gute Basis eignen sich zwei bis drei Krafttrainingseinheiten pro Woche, ergänzt durch moderate Ausdauerbewegung und möglichst viel Bewegung im Alltag. Zwischen anspruchsvollen Einheiten für dieselben Muskelgruppen sollte ausreichend Erholung liegen. Das müssen aber nicht immer exakt 48 Stunden sein.

Auch kurze Einheiten zählen. Ein konzentriertes Training von 20 bis 30 Minuten kann wirksam sein, wenn die Übungen sauber ausgeführt werden und die Belastung zu deinem Leistungsniveau passt.

Hormonbalance in den Wechseljahren: Was du beeinflussen kannst

Puzzleteile als Symbol für das Zusammenspiel von Hormonen, Bewegung und Ernährung

Hitzewallungen, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen, Zyklusveränderungen oder eine veränderte Fettverteilung können während der Wechseljahre auftreten. Nicht jede Beschwerde ist jedoch ausschließlich auf Östrogen zurückzuführen. Auch Stress, Schlafmangel, Erkrankungen, Medikamente und Veränderungen im Alltag können eine Rolle spielen.

Training, Ernährung und Erholung können die natürlichen hormonellen Veränderungen nicht aufhalten oder die Hormone einfach „ausbalancieren“. Sie können aber dabei helfen, Muskeln, Knochen, Stoffwechsel, Schlaf und psychisches Wohlbefinden zu unterstützen.

Eiweiß ab 40: Wie viel ist sinnvoll?

Eiweiß ist für Muskeln, Enzyme, Gewebe und zahlreiche Stoffwechselprozesse notwendig. Mit zunehmendem Alter und bei regelmäßigem Krafttraining kann es sinnvoll sein, besonders auf eine ausreichende Eiweißzufuhr zu achten.

Eine pauschale Menge von 1,2 bis 1,6 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht ist jedoch nicht für jede Frau automatisch notwendig. Der Bedarf hängt unter anderem von Aktivität, Trainingsziel, Gesamtenergiezufuhr, Alter und Gesundheitszustand ab.

Für den Alltag ist zunächst entscheidend, Eiweiß über den Tag zu verteilen. Geeignete Quellen sind beispielsweise Joghurt, Quark, Eier, Fisch, Hülsenfrüchte, Tofu, Tempeh, Nüsse und Samen. Bei Nieren- oder anderen relevanten Erkrankungen sollte eine höhere Eiweißzufuhr medizinisch oder ernährungstherapeutisch abgestimmt werden.

Phytoöstrogene und Soja: Was steckt dahinter?

Phytoöstrogene sind Pflanzenstoffe, die eine gewisse strukturelle Ähnlichkeit mit körpereigenem Östrogen besitzen. Besonders bekannt sind Isoflavone aus Sojabohnen. Sie wirken jedoch nicht wie ein vollständiger Ersatz für körpereigenes Östrogen.

Lebensmittel wie Tofu, Tempeh, Edamame, Sojajoghurt, Leinsamen und Hülsenfrüchte können Teil einer abwechslungsreichen Ernährung sein. Ob Soja-Isoflavone Wechseljahresbeschwerden spürbar lindern, ist individuell unterschiedlich; die wissenschaftlichen Ergebnisse sind nicht eindeutig.

Normale Mengen sojahaltiger Lebensmittel müssen von gesunden Frauen in der Regel nicht grundsätzlich gemieden werden. Hoch dosierte Isoflavonpräparate sind davon zu unterscheiden. Bei hormonabhängigen Erkrankungen oder einer entsprechenden medizinischen Vorgeschichte sollte die Einnahme von Konzentraten ärztlich besprochen werden.

Mythen-Check: Was über Training und Wechseljahre wirklich stimmt

Rund um die Wechseljahre kursieren viele Halbwahrheiten. Zeit für einen differenzierten Faktencheck:

Wann Beschwerden ärztlich abgeklärt werden sollten

Training, Ernährung und Entspannung können viel bewirken, aber nicht jede Beschwerde sollte allein über den Lebensstil behandelt werden. Lass dich ärztlich beraten, wenn Symptome neu, stark oder anhaltend sind oder deinen Alltag deutlich beeinträchtigen.

Das gilt zum Beispiel bei sehr starken oder ungewöhnlichen Blutungen, Blutungen nach der Menopause, anhaltender Erschöpfung, starken Schlafproblemen, ausgeprägten Stimmungstiefs, Herzrasen, Schwindel oder Schmerzen.

Bei belastenden Hitzewallungen, Schlafstörungen oder anderen Wechseljahresbeschwerden können auch hormonelle oder nicht hormonelle Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen. Welche Option passt, sollte individuell mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden.

Fazit: Dein Körper braucht keine Perfektion, sondern passende Reize

Die Wechseljahre sind kein körperlicher Abstieg, sondern eine Phase, in der sich Bedürfnisse und Prioritäten verändern können. Krafttraining, Alltagsbewegung, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Eiweiß und bewusste Erholung bilden eine starke Grundlage.

Du musst dabei nicht alles gleichzeitig verändern. Beginne mit einem konkreten Schritt, den du regelmäßig umsetzen kannst. Fortschritt zeigt sich nicht nur auf der Waage, sondern auch darin, dass du stärker wirst, dich sicherer bewegst, besser regenerierst und im Alltag mehr Energie hast.

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