Wärme von innen: Ingwer, Kurkuma und Adaptogene

26.10.2026
Ingwer, Kurkuma, Zimt und eine Tasse Gewürztee

Ingwershot am Morgen, Kurkuma-Latte am Nachmittag, Ashwagandha-Kapseln für den Abend: Im Winter verspricht fast jede Zutat Wärme, Ruhe und neue Kraft. Wir haben uns angesehen, was davon belegt ist, was nett, aber nicht nötig ist, und wo du lieber vorsichtig bist.


Ingwer: das gute alte Hausmittel

Ingwer schmeckt scharf, und dieses Brennen auf der Zunge empfinden die meisten als wärmend. Gut untersucht ist Ingwer vor allem gegen Übelkeit, etwa auf Reisen. In der Küche ist er ein wunderbares Gewürz: in Suppen, Currys, im Tee mit Zitrone und Honig.

Ein Wundermittel gegen Erkältungen ist Ingwer allerdings nicht. Ein warmer Ingwertee tut gut, weil er warm ist, du dabei zur Ruhe kommst und genug trinkst. Das ist schon eine ganze Menge.

Hände bereiten frischen Ingwertee mit Zitrone zu

Kurkuma: in der Küche ja, als Kapsel mit Vorsicht

Kurkuma gibt Currys und Suppen die gelbe Farbe. Der Hauptwirkstoff Curcumin wird viel erforscht, unter anderem wegen möglicher entzündungshemmender Effekte. Die Studienlage beim Menschen ist aber uneinheitlich, auch weil der Körper Curcumin nur schlecht aufnehmen kann.

Als Gewürz in üblichen Küchenmengen ist Kurkuma für die meisten Menschen unproblematisch. Bei hochdosierten Kapseln sieht es anders aus: Es gab Berichte über Leberschäden im Zusammenhang mit solchen Präparaten, vor allem bei Produkten, die den Wirkstoff mit Zusätzen wie Piperin besser aufnehmbar machen. Wenn du Kurkuma als Nahrungsergänzung nehmen möchtest, sprich das vorher mit deiner Ärztin oder in der Apotheke ab, besonders wenn du Medikamente nimmst.

Adaptogene: Was steckt hinter dem Begriff?

„Adaptogene“ sollen dem Körper helfen, sich besser an Stress anzupassen. Der Begriff stammt aus der Forschung, wird heute aber vor allem im Marketing verwendet und ist kein Beleg für eine Wirkung. Zwei Pflanzen hört man dabei besonders oft.

Rosenwurz (Rhodiola)

Bestimmte Rosenwurz-Zubereitungen sind bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft, und zwar zur vorübergehenden Linderung von Stresssymptomen wie Müdigkeit und Erschöpfung. „Traditionell“ heißt dabei: Die Pflanze wird seit langer Zeit so verwendet und gilt bei richtiger Anwendung als sicher. Eine Wirkung ist damit aber nicht durch Studien belegt, und die Einstufung gilt nicht automatisch für jedes Nahrungsergänzungsmittel mit Rosenwurz.

Ashwagandha

Frau liest am Küchentisch das Etikett eines Nahrungsergänzungsmittels

Ashwagandha, auch Schlafbeere genannt, wird gegen Stress und für besseren Schlaf beworben. Hier ist Vorsicht angebracht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht bei Nahrungsergänzungsmitteln mit Ashwagandha gesundheitliche Risiken, unter anderem gibt es Hinweise auf Leberschäden. Kindern, Schwangeren und Stillenden rät das BfR davon ab, ebenso Menschen mit Lebererkrankungen. Auch mögliche Auswirkungen auf die Schilddrüse und Wechselwirkungen mit Medikamenten sind zu bedenken.

💡 Gut zu wissen: Nahrungsergänzungsmittel werden in Deutschland nicht wie Arzneimittel geprüft, bevor sie verkauft werden. Die Hersteller sind selbst für die Sicherheit verantwortlich. Vor allem Produkte aus dem Internet können anders dosiert sein. Wer Medikamente nimmt, sollte jedes Präparat vorher mit der Ärztin oder in der Apotheke besprechen.

Was dich im Winter wirklich wärmt und stärkt

Die ehrliche Antwort ist weniger aufregend als ein neues Pulver, dafür aber alltagstauglich:

  • Warme Mahlzeiten mit Gewürzen. Ingwer, Kurkuma, Zimt, Chili und Pfeffer machen einfache Gerichte zu etwas Besonderem. Unser Süßkartoffel-Linsen-Dal ist ein gutes Beispiel.
  • Bewegung. Muskeln erzeugen Wärme. Wer friert, wird mit einer Runde MOBILITY schneller warm als mit jeder Kapsel.
  • Schlaf und Pausen. Gegen Stress hilft am Ende das, was der Körper schon kennt: genug Schlaf, feste Rhythmen, Zeit für dich.
  • Ein warmes Getränk als Ritual. Ein Kurkuma-Ingwer-Tee am Nachmittag ist ein schöner Moment für dich. Mehr muss er nicht können.

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Quellen: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Stellungnahmen zu Ashwagandha und zu Kurkuma-Präparaten in Nahrungsergänzungsmitteln; Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), HMPC-Monographien zu Rhodiola rosea und Zingiberis rhizoma; Verbraucherzentrale, klartext-nahrungsergaenzung.de.